Welche Gefahren gibt es bei Coaching?

Es wird gelegentlich darüber berichtet, dass Coaching auch ‚gefährlich‘ sein könnte. Es gibt m.E. zwei Gruppen von Gefahren:
Ein guter Coach kennt diese Gefahren und überprüft regelmäßig, ob sich diese andeuten und weiß damit umzugehen. Der Coach selbst ist auch nur ein Mensch und deshalb z.B. ist die eigene Supervision des Coaches ein wichtiges Kontrollinstrument des Coaches und für seine Arbeit.
Das heißt, von einem guten Coach können Sie erwarten:
Axel W. Möller
Senior Executive Coach
- das ‚falsche‘ Ergebnis
- Fehler im Coaching
- Das ‚falsche‘ Ergebnis
Coaching bezieht sich auf den individuellen Menschen. Jeder Mensch ist anders, hat eine andere Biographie und (re-)agiert unterschiedlich. Es ist deshalb unmöglich, das genaue Ergebnis von Coaching vorauszusagen. Deshalb ist es auch m.E. nicht seriös, wenn jemand ‚zurecht‘ gecoacht werden soll oder ein Coach ein konkretes Ergebnis verspricht.
Aus Sicht des Unternehmens besteht die Gefahr also darin, dass das Coaching dazu führt, dass jemand z.B. seinem Chef gegenüber selbstbewusster auftritt und dies dann zu Spannungen führen kann. Oder der Klient will sich beruflich neu orientieren, weil er feststellt, dass er sich in einer anderen Aufgabe wohler fühlen würde.
Aus Sicht des Klienten besteht die Gefahr darin, dass die Welt, wie er sie sich bisher zurecht gelegt hat, so nicht mehr unbedingt Bestand haben kann.In beiden Fällen lässt sich darüber streiten, ob es sich im Interesse des Klienten tatsächlich um eine ‚Gefahr‘ handelt. Auf jeden Fall müssen sich alle Beteiligten im Vorfeld von Coaching über diese möglicherweise unerwünschten Ergebnisse im Klaren sein.
- Fehler im Coaching Prozess. Was im Coaching falsch laufen kann, z.B.:
- Abhängigkeit
- ‚Kurpfuscherei‘
- Perfektion der Perfektion
- Ersatz für Psychotherapie
Ein guter Coach kennt diese Gefahren und überprüft regelmäßig, ob sich diese andeuten und weiß damit umzugehen. Der Coach selbst ist auch nur ein Mensch und deshalb z.B. ist die eigene Supervision des Coaches ein wichtiges Kontrollinstrument des Coaches und für seine Arbeit.
Das heißt, von einem guten Coach können Sie erwarten:
- dass er darauf achtet, dass im Coaching-Prozess die Selbständigkeit des Klienten gefördert wird. Zur kurzfristigen Entspannung einer Krisensituation kann es durchaus angezeigt sein, dass der Coach mehr aus einer Berater-Rolle heraus agiert. Langfristig (max. 6 Monate) jedoch muss das Ziel sein, den Klienten zu ermächtigen, dass er seine Probleme selbst lösen kann.
- dass er Ihnen sagt, bei welchen Themen seine Werkzeuge helfen und wo er mit seinen Werkzeugen nicht helfen kann. Deshalb wird er bestimmte Klienten oder Coaching-Themen nach einem Vorgespräch ablehnen. Ein guter Coach kann Ihnen seine Werkzeuge und wofür sie geeignet sind – und insbesondere wofür nicht – erklären.
- dass er die Motivation des Klienten hinterfragt und mit ihm diskutiert und z.B. die Grenzen aufzeigt, wie weit er mit einem Klienten zu gehen bereit wäre und/oder er den Perfektionismus des Klienten mit zum Thema des Coachings vorschlägt und gfs. darauf besteht.
- dass er seine Antennen und die angesprochenen Themen darauf überprüft, diese tieferliegenden psychologischen Themen zu erkennen und dann die vertrauensvolle Atmosphäre des Coachings nutzt, mit dem Klienten die Inanspruchnahme von weitergehender psychotherapeutischer Expertise zu klären.
Axel W. Möller
Senior Executive Coach